Es ist 2021, du spielst mit dem Gedanken, dich selbstständig zu machen – aber hast noch keinen richtigen Plan, wie das geht? Ganz normal. Bevor du dich in langen Anleitungen verlierst, haben wir für dich einen schnellen Überblick zusammengestellt. Willst du deinen Konzernjob an den Nagel hängen und freelancen? Oder erstmal nur ein Side-Business starten? Wie auch immer, bestimmt hast du viele Fragen im Kopf. Wir wollen dir die wichtigsten beantworten.

Das brauchst du für deine Selbstständigkeit

  1. Das Unternehmer*innen-Gen: Voraussetzungen
  2. Eine Geschäftsidee: Womit selbstständig machen?
  3. Einen Businessplan 
  4. Die passende Rechtsform
  5. Eigenkapital: Oder geht's auch ohne?
  6. Zuschüsse: Für deine Gründung
  7. Finanzplanung: Wie viel willst du verdienen?
  8. Steuerwissen: Welche Steuern zahlst du?
  9. Geschäftskonto: Egal ob Pflicht oder nicht
  10. Anmeldung: Selbstständigkeit offiziell machen
  11. Buchhaltung: Wie klappt sie?
  12. Corona-Check: Selbstständig machen in der Krise?

 

Warum selbstständig machen?

Ja, warum eigentlich? Die meisten Selbstständigen wünschen sich eine bessere Zeiteinteilung und mehr Unabhängigkeit. Zum Beispiel kannst du als Selbstständige*r deine Arbeitszeiten ganz nach deinen persönlichen Wünschen einteilen.

Und darüber hinaus? Autonomie ist wichtig. Selbstständige wollen persönlich wachsen, mehr Verantwortung für ihren Job übernehmen und weniger abhängig von den Entscheidungen anderer sein.

1. Unternehmer-Gen: Voraussetzung für die Selbstständigkeit

Was brauchst du abgesehen von deinen Skills, etwas Geld auf der hohen Kante und einer Vorstellung davon, was du machen willst? Es gibt die eine oder andere persönliche Voraussetzung zur Selbstständigkeit. Du solltest dich auf jeden Fall motivieren können und eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen.

2. Geschäftsidee: Womit selbstständig machen?

Am einfachsten mit deinem aktuellen Job. Es gibt typische Freelancer-Berufe, in denen du dich recht einfach selbstständig machen kannst. Beispiele dafür sind Architekt*innen, Webentwickler*innen, Designer*innen und andere IT- und Kreativberufe. Selbstständige Arbeit auf Projektbasis ist in diesen Berufsfeldern weit verbreitet und immer mehr auf dem Vormarsch.

Du willst etwas ganz Neues ausprobieren? Dann laufe einfach mit offenen Augen durch die Welt. Du wirst sehen, dass eine Geschäftsidee finden gar nicht so schwer ist.

3. Brauche ich einen Businessplan?

Wenn du vor der Gründung stehst und dich für finanzielle Unterstützung bewerben willst, ist es eine Grundvoraussetzung: Einen soliden Businessplan erstellen. Aber selbst wenn niemand danach verlangt – nimm dir die Zeit und gönne dir einen durchdachten Businessplan. Er ist Gold wert! Wenn du lieber grafisch arbeitest, kannst du auch mit einem Business Model Canvas starten, bevor du dich an die Schreibarbeit machst.

4. Welche Rechtsform wählen?

Die meisten Selbstständigen starten als Einzelunternehmer*innen. Das bietet viele Freiheiten und erfordert vergleichsweise wenig Startkapital. Dafür haftest du aber persönlich für Schäden und trägst somit das Risiko.

Wenn du deine Haftung begrenzen willst, kann eine Kapitalgesellschaft als Rechtsform für dich interessant sein, zum Beispiel eine GmbH oder UG.

5. Selbstständig machen ohne Eigenkapital?

Du träumst vom schnellen Geld, aber hast nichts auf der hohen Kante? Die Mini-Gmbh oder UG gilt als heißer Tipp, um ohne großes Risiko und ohne Rücklagen das eigene Business zu starten. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Welche Nachteile die UG hat und welche Alternativen es gibt, erklären wir in unserem Artikel zur Mini-GmbH.

Wenn du wenig Startkapital zur Verfügung hast, lohnt es sich auch einen Blick auf verschiedene Förderprogramme zu werfen.

6. Welche Zuschüsse gibt es für Selbstständige?

Gerade am Anfang der Selbstständigkeit hast du viele Ausgaben, aber nicht unbedingt ausreichend Einnahmen. Öffentliche Förderprogramme können dir beim Start unter die Arme greifen und dir ein finanzielles Polster verschaffen.

 

7. Finanzplanung: Wie viel muss ich verdienen?

Viele angehende Selbstständige kalkulieren mit zu niedrigen Verdiensten. Mach nicht den Fehler, als Vergleich für deinen Selbstständigen-Verdienst das Gehalt einer Festanstellung heranzuziehen. Das kann nur schiefgehen, weil du als Selbstständige*r jede Menge zusätzliche Kosten selbst tragen musst. Eine gute Faustregel ist, wenn du mit mindestens dem 1,5-fachen Verdienst eines Angestelltenverhältnisses kalkulierst.

8. Welche Steuern zahlen Selbstständige?

Ganz grundsätzlich gibt es drei Steuerarten für Selbstständige:

Auf deine Einkünfte oder Gewinne zahlst du die Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer. Falls du ein Gewerbe betreibst, fällt ab einem gewissen Gewinn auch Gewerbesteuer an – Freiberufler sind davon ausgenommen. Schließlich musst du in den meisten Fällen Umsatzsteuer für deine Leistungen ans Finanzamt abführen.

9. Ist ein Geschäftskonto Pflicht?

Freiberufler*innen und Einzelunternehmer*innen, die keinen Handelsregistereintrag haben, müssen kein Geschäftskonto eröffnen. Für eine ordentliche Buchhaltung und einen Überblick über deine Finanzen ist ein eigenes Konto aber sehr empfehlenswert.

10. Wie melde ich meine Selbstständigkeit an?

Grundsätzlich musst du deine selbstständige Tätigkeit bei 3 Ämtern anmelden – dem Handelsregister, dem Gewerbeamt und dem Finanzamt. Keine Sorge: Gehe einfach Schritt für Schritt vor.

Muss ich ein Gewerbe anmelden?

Eine ganz wichtige Frage. Denn als Einzelunternehmer*in wirst du früher oder später auf die Unterscheidung stoßen, ob du als Freiberufler oder Gewerbe tätig bist.

Übst du einen der Katalogberufe aus, zum Beispiel Rechtsanwalt, Schriftsteller*in oder Journalist*in, bist du Freiberufler*in und genießt einige Erleichterungen, vor allem in der Buchführung.

In allen anderen Fällen giltst du als Gewerbetreibende*r und musst zwingend ein Gewerbe anmelden und auch Gewerbesteuer zahlen.

Was ist ein Kleingewerbe?

Als Einzelunternehmer*in mit Gewerbe wirst du wahrscheinlich als Kleingewerbe eingestuft. Diese unbürokratische Form des Gewerbes erspart dir Buchhaltungsaufwand, außerdem ist kein Eintrag ins Handelsregister nötig. Mehr dazu findest du in unserem Holvipedia-Artikel zum Kleingewerbe.

 

11. Wie klappt die Buchhaltung?

Du wirst ziemlich schnell merken, dass eine selbstständige Tätigkeit viele Pflichten gegenüber dem Finanzamt mit sich bringt. Verschiedene Steuererklärungen müssen gemacht werden, Einnahmen und Ausgaben dokumentiert und nachgewiesen werden.

Viele Selbstständige wollen ihre Buchhaltung selber machen und so Kosten sparen. Andere lagern am liebsten alles an eine*n Steuerberater*in aus. Der Vorteil: Du kannst dich mit voller Kraft auf dein Geschäft konzentrieren.

12. Selbstständig machen in Corona-Zeiten?

Viele Selbstständige wurden von der Corona-Krise besonders schwer getroffen – Gastronomen, Künstler*innen und Kulturschaffende.

Ist es sinnvoll, sich jetzt trotzdem noch selbstständig zu machen? Das kommt ganz darauf an. Jetzt ein Café oder Ladengeschäft zu eröffnen, ist natürlich ein Wagnis.

In anderen krisensichereren Freelancer-Berufen – wie der IT-Branche – kann es schon anders aussehen. Manche sehen schon Anzeichen für eine regelrechte Gründerwelle: Im dritten Quartal 2020 wurden in Deutschland auffallend viele Unternehmen gegründet, vor allem durch Solo-Selbstständige, darauf deuten aktuelle Statistiken hin.

 

Der Trend zum Selbstständig machen ist ungebrochen

Die Zahl der Selbstständigen steigt kontinuierlich. Hast du auch Lust bekommen, zu freelancen oder dein eigenes Unternehmen zu gründen? Vielleicht ist es sogar eine gute Alternative, dich in Zeiten von Corona neu zu orientieren? Wie auch immer deine Entscheidung ausfällt, wir wünschen dir einen guten Start. Hast du Freund*innen, für die dieser Guide interessant sein könnte? Dann leite ihn gerne weiter.