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Was ist ein Solopreneur?

08.03.18 15:08 · Jessi Laurila

solopreneur

Träumst du von einem Business, das flexibel, skalierbar und schlank aufgestellt ist? Hast du unternehmerische Ambitionen, die weiter reichen als die Tätigkeit eines Freelancers? Möchtest du dabei stets die maximale Entscheidungsfreiheit bewahren und die Fäden allein in der Hand halten?  

Vielleicht bist du der geborene Solopreneur.  

In unserem heutigen Blogbeitrag erklären wir dir, was einen Solopreneur von klassischen Unternehmern und Selbstständigen unterscheidet und warum dieses „neue“ Businessmodell so attraktiv ist. Das Wort Solopreneur setzt sich zusammen aus „solo“ und „Entrepreneur“.

Solo + Entrepreneur = Solopreneur

Es bezeichnet somit einen allein agierenden Unternehmer. In Deutschland ist der Begriff Solopreneur im Gegensatz zu den USA noch relativ unbekannt, auch wenn das Konzept an sich nicht völlig neuartig ist.   

Bezeichnend ist vielleicht die Tatsache, dass das erste deutschsprachige Buch zum Thema, „Solopreneur: Alleine schneller am Ziel“ von Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg, erst im Jahr 2015 erschienen ist. Das Unternehmerehepaar Conta Gromberg zählt zu den Pionieren im deutschen Sprachraum, die sich bereits seit Jahren intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und den Begriff auch in unseren Breitengraden bekannter gemacht haben.

Mittlerweile sind immer mehr Selbstständige auf dieses Geschäftsmodell aufmerksam geworden, in zunehmendem Maße auch Frauen. Das liegt nicht zuletzt an den vielen Vorteilen, die Solopreneurship bietet.

Aber woran erkennt man einen echten Solopreneur?

Ein Solopreneur:

  • führt und steuert sein Business alleine (Ausnahme: Unternehmerpaare)
  • denkt unternehmerisch
  • schafft eigene Produkte oder Prozesse
  • entwickelt skalierbare Geschäftsmodelle
  • arbeitet prozessorientiert
  • arbeitet im Homeoffice oder mobil
  • strebt nach persönlicher Unabhängigkeit und höherer Selbstbestimmung   

Genauer betrachtet ist Solopreneurship eine Untergattung des Entrepreneurship. Im Vergleich zu einem traditionellen Unternehmer mit Angestellten und einer komplexen Firmenstruktur agiert der Solopreneur jedoch – zumindest auf dem Papier – allein oder höchstens mit seinem/seiner (Ehe-)Partner/-in.

 

Ein Solopreneur schafft eigene Produkte und Prozesse

Ein Solopreneur entwickelt und verkauft Produkte. Ob es sich dabei um physische oder digitale Produkte handelt, ist irrelevant. Entscheidend ist nicht, was verkauft wird, sondern WIE das Business organisiert ist.

Der Solopreneur gestaltet sein Unternehmen so, dass es sich leicht skalieren und ausweiten lässt. Anstatt z. B. Wissen in Form von Einzelunterricht zu vermitteln (klassischer Selbstständiger auf Honorarbasis), entwickelt der Solopreneur Online-Kurse oder Bücher, die sich unbegrenzt verkaufen lassen. Das Marketing und den Verkauf optimiert er dabei so, dass beides weitestgehend automatisch abläuft.

Ein typisches Merkmal ist auch, dass der Solopreneur auf eine möglichst schlanke Struktur, Anpassungsfähigkeit und leichte Umsetzbarkeit seines Geschäftsmodells setzt.

Dabei ist die Persönlichkeit und Marke des Solopreneurs oft eng mit seinem Business verbunden. Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg schreiben in ihrem Buch: „Das Geschäftsmodell ist Grundlage des eigenen Lebensmodells. Oder kürzer: Geschäftsmodell ist Lebensmodell.“

Hat der Solopreneur erst mal ein funktionierendes System entwickelt, lässt sich dies duplizieren, modifizieren und auf andere Produkte anpassen.

„Solo“ bedeutet allerdings nicht, dass der Solopreneur alles völlig alleine umsetzt, im Gegenteil. Ein Solopreneur ist zwar juristisch ein Alleinkämpfer, aber als Unternehmer oft sehr gut vernetzt und lagert je nach Art des Business diverse Aufgaben an externe Mitarbeiter oder Teams aus. Die Entscheidungsmacht bleibt aber jederzeit in seinen Händen.  

 

Was unterscheidet Solopreneure von Selbstständigen?

Anders als bei Selbstständigen und Freelancern liegt der Fokus des Solopreneurs nicht auf einzelnen Kunden/Mandanten oder Projekten, sondern auf Prozessen.

Der Unterschied wird deutlich, wenn man die Arbeitsweise klassischer Selbstständiger genauer unter die Lupe nimmt:

Ein Selbstständiger arbeitet gegen Honorar oder auf Vertragsbasis an einzelnen Aufträgen oder Projekten. Typische Beispiele für eine solche Arbeitsweise sind Rechtsanwälte, Unternehmensberater oder auch Vertreter anderer freier Berufe.

Freelancer, z. B. Texter, Webdesigner oder Designer, arbeiten entweder auf Stundenbasis oder zu einem Fixpreis an Kundenprojekten.

Für alle klassischen Selbstständigen im Dienstleistungsbereich, ganz gleich ob Freiberufler oder Freelancer, gilt, dass sie abhängig von den Kunden und der jeweiligen Auftragslage sind. Sie können ihr Arbeitspensum (und damit ihre Einkünfte) nur bedingt steigern, da sie nur eine begrenzte Anzahl von Aufträgen auf einmal bearbeiten können. Die eigenen Kapazitäten setzen also automatisch ein Limit für das Wachstum.


Welche Vorteile bringt das Solopreneur-Business?

Viele Selbstständige kommen irgendwann an den Punkt, an dem sie sich mehr Flexibilität und finanzielle Freiheit wünschen. Denn kommt ein wichtiger Auftrag rein, muss dieser bis zur Deadline erledigt werden – auch am Wochenende oder wenn man eigentlich eine Auszeit geplant hat. Verringert man seine Arbeitszeit oder lehnt man einen Auftrag ab, schlägt sich das sofort auf das Einkommen nieder. Zu den Projekten und Aufträgen kommt zudem noch viel „Drumherum“, z. B. Buchhaltung, Akquise oder Technik, was zeitaufwändig ist.

Das ist ein Grund, warum viele Selbstständige nur selten längere Urlaube nehmen und sich in der berüchtigten und viel zitierten „Zeit-gegen-Geld-Falle“ wiederfinden.

Ein Solopreneur überlegt sich, wie er Prozesse automatisieren und optimieren kann, sodass diese auch dann Geld einbringen, wenn er selbst im Urlaub oder mit anderen Dingen beschäftigt ist. Anstatt für den Kunden zu arbeiten, feilt er an seinem Produkt und an den Verkaufsabläufen.

Gelingt dieser Prozess, kann er im besten Fall Folgendes erreichen:

  • stärkeres Wachstum
  • höheres Einkommen  
  • weniger Zeitaufwand
  • mehr Unabhängigkeit
  • freie Zeiteinteilung, mehr Flexibilität im Alltag
  • ortsunabhängiges Businessmodell
  • „passives“ Einkommen

Diese Beschreibung ist natürlich stark vereinfacht, denn natürlich steckt der Solopreneur zunächst viel Zeit, Geld und Energie in die Entwicklung seines Produktes und den Ausbau seiner Prozesse. Um irgendwann „passives“ Einkommen verdienen zu können, muss er zunächst aktiv und mit großer Sorgfalt an seinem Konzept arbeiten. Der wichtigste Unterschied ist jedoch, dass sich das Solopreneur-Business – soweit die Grundlage steht – praktisch unbegrenzt skalieren lässt. Der Solopreneur ist nicht mehr im gleichen Maße abhängig von einzelnen Kunden oder Terminen und kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

 

Hast du das Zeug zum Solopreneur?

Prinzipiell kann jeder, der von einer Selbstständigkeit träumt, zum Solopreneur werden. Wenn du gerne deine eigenen kreativen Ideen umsetzt, dabei möglichst unabhängig sein willst und ein Business passend zu deinem Lebensmodell gestalten möchtest, könnte diese neue Form des Unternehmertums für dich interessant sein. Voraussetzung für den Erfolg ist neben einer guten Geschäftsidee vor allem eine hohe Eigenmotivation und die Bereitschaft zu lernen.

Viele Selbstständige entscheiden sich auch für eine Mischform. Sie arbeiten weiterhin stundenweise mit Kunden oder Mandanten, bauen aber parallel auch ihre eigenen Produkte und Prozesse auf. Somit ist der Übergang vom klassischen Selbstständigen hin zum Solopreneur fließend.

Du entscheidest, welches Modell am besten zu dir passt.



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