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Wie du als Selbstständiger deine Traumkunden findest  - Interview mit Texterin Lilli Koisser

Gründerstorys · 25.06.19, 08:01 · Hanna Meiners

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Lilli Koisser aus Wien arbeitet als  freie Texterin und Coach. Vielen Freelancern ist sie durch ihre Facebook-Gruppe Die NETTE Support-Gruppe für Selbstständige bekannt, in der sie hilfreiche Tipps rund um das Thema Selbstständigkeit teilt. Im Interview gibt Lilli Einblicke in ihren persönlichen Werdegang und verrät, wie man mit  3 konkreten Tipps leichter Kunden gewinnen kann.

 

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Lilli Koisser von LILY Text & Content und arbeite als Texterin und Coach in Wien. Ich zeige Freelancer*innen und Unternehmer*innen, wie sie online von ihren Traumkund*innen gefunden werden, damit sie weniger Akquise und mehr Umsatz machen können.

 

Was hast du ursprünglich gelernt oder studiert?

Ich habe den Fachlehrgang für Marktkommunikation an der Werbeakademie Wien absolviert, ein Semester lang „Writing for Marketing and PR“ an der Harvard University Extension School studiert und beende gerade meine 1,5-jährige Ausbildung zum systemischen Personal & Business-Coach. Außerdem bilde ich mich ständig mit Büchern und Onlinekursen weiter - ich liebe es, zu lernen und neues Wissen zu strukturieren und anzuwenden!

 

Was waren bisher die größten Herausforderungen für dich in der Selbstständigkeit?

Anfangs bestimmt, mich selbst zu organisieren und Strukturen einzuführen, mit denen ich gut arbeiten kann. Da habe ich mir viel von der Werbeagentur, bei der ich als Texterin angestellt war, abgeschaut. Meine größte Herausforderung war, als ich nach einem Unfall 6 Monate lang im Krankenstand war. Und aktuell ist meine Herausforderung, mich in meinem Unternehmen ersetzbar zu machen und meine Angebote zu skalieren!

 

Was hat sich seit den Anfängen verändert? Wie sieht dein Business heute aus?

2013 war ich die klassische Freelancerin, die zu einem (viel zu niedrigen) Stundensatz buchbar war und in dieser Zeit das gemacht hat, was der Kunde oder die Kundin sich vorgestellt hat. Heute habe ich den Spieß umgedreht und biete nur noch zwei Pakete für Website- und Blog-Texte an, bei denen ich die Ergebnisse, Workflows und Preise aus meiner Erfahrung heraus vorgebe. Außerdem habe ich meine Methode in einen Onlinekurs verpackt, sodass meine Kund*innen ihre Websites und Blogartikel selbst texten können, und biete Coaching und Beratung als Videokonferenz mit mir an.

 

Wie bist du auf das Thema Content Marketing aufmerksam geworden?

Ein guter Freund, mit dem ich studiert und dann in der Agentur gearbeitet habe, hat mich darauf aufmerksam gemacht! Er meinte, dass das perfekt zu mir passen würde, und hat mir Links und Buchtipps geschickt. Dafür bin ich ihm auch heute noch sehr dankbar, denn damals war das Thema im deutschsprachigen Raum noch nicht so bekannt wie heute. Ich hatte dadurch eine einzigartige Positionierung und einen Marktvorsprung!

 

Heute coacht du Selbstständige im Bereich Content Marketing. Mit was für Herausforderungen kämpfen deine Kund*innen?

Größtenteils Perfektionismus, Selbstzweifel und Bescheidenheit! Ich glaube, dass man sich Wissen jederzeit aneignen kann. Dafür gibt es meine Onlinekurse und -workshops. Wenn man aber ständig „Das schaffe ich nicht“, „Ich habe keine Zeit“ oder „Es interessiert doch keinen, was ich zu sagen habe“ denkt, wird die Umsetzung der erlernten Strategien trotzdem nicht gelingen. Und genau da möchte ich mit systemischem Coaching, das den ganzen Menschen und sein Umfeld einbezieht, ansetzen.

 

Welche typischen Fehler beobachtest du bei angehenden Selbstständigen, die zu dir ins Coaching kommen?

Alles für jeden anbieten zu wollen, angstgetriebene Entscheidungen zu treffen, zu niedrige Preise, jedem gefallen zu wollen, nicht Nein sagen zu können, in Texten möglichst professionell und seriös (= steif) zu klingen, wenig selbstbewusstes und selbstbestimmtes Auftreten, keine Rahmenbedingungen in der Zusammenarbeit mit Kund*innen definiert zu haben und dadurch zum Fähnchen im Wind zu werden, kein Geld investieren zu wollen … und entweder eine Einstellung von „Ich kann gar nichts und werde nie etwas schaffen“ oder „Ich weiß schon alles und brauche keine Hilfe von außen“. Und das sind alles Themen, die man mit Coaching gut bearbeiten kann!

 

Was sind 3 Tipps für mehr Kunden, die jeder Selbstständige sofort umsetzen sollte?

  1. Sich darüber klar zu werden, mit wem man eigentlich arbeiten möchte, welche Probleme und Ziele diese Personen haben und wie man sie dabei unterstützen kann. Das perfekte Angebot sollte vier Kriterien erfüllen: Ich kann es gut, ich mache es gerne, meine Kund*innen brauchen es und sie sind auch bereit, dafür zu bezahlen!
  2. Vielleicht braucht man nicht immer mehr Kund*innen, sondern weniger - aber eben solche, die wirklich einen Bedarf haben und für seine Deckung gut bezahlen! Und bezahlt wird gut, wenn man ein Problem für seine Kund*innen löst und nicht nur eine Tätigkeit für sie ausführt.
  3. Die allerersten Kund*innen sind meist keine Fremden, sondern schon im eigenen Netzwerk vorhanden. Bei meiner kostenlosen Traumkunden-Challenge kann man diese innerhalb von 5 Tagen identifizieren und über Social Media auf sich aufmerksam machen. Erst, wenn man schon mit ein paar zahlenden Kund*innen gearbeitet hat, sollte man sich über eine suchmaschinenoptimierte Website und Content-Marketing Gedanken machen!

 

Worauf sollten Selbständige bei der Gestaltung ihrer Website achten?

Klarheit in Angebot und Zielgruppe. Vom oben erwähnten „alles für jeden“ fühlt sich niemand angesprochen. Wofür bist du Expert*in und wem kannst du mit deiner Expertise am besten helfen? Wenn man es selbst nicht formulieren und auf den Punkt bringen kann, werden es auch die Kund*innen nicht verstehen.

Und: Bitte verstecke dich nicht hinter unpersönlicher Sprache in Wir-Form oder deinem Logo! Deine Kund*innen wollen wissen, wer du bist und ob du zu ihnen passt. Dazu gehören Name, Fotos, Expertise, Charakter, Geschichte, Warum, vollständige Kontaktdaten … Eine Vorlage für die Über-mich-Seite gibt es auf meinem Blog zu finden.

 

Du selbst bloggst schon seit vielen Jahren, aber viele Selbstständige tun sich mit dem Schreiben schwer. Muss man als Selbstständiger unbedingt einen Blog haben?

Müssen tut man gar nichts außer Sterben und Steuern zahlen, hat mein Opa immer gesagt! Wer online gefunden werden möchte, dem kann ich einen Blog aber schon sehr empfehlen. Er dient dazu, der Marke Leben einzuhauchen, die eigene Expertise zu zeigen, die Aufmerksamkeit seiner Traumkund*innen zu erregen und eigenen Content für Suchmaschinen, den Newsletter oder Social Media zu haben.

Wer nicht gerne schreibt, kann Podcasts oder YouTube-Videos produzieren oder Micro-Content über Instagram teilen. Ohne eigenen Content wird man aber sehr schnell austauschbar und verblasst im Vergleich mit Kolleg*innen, die potenzielle Kund*innen mit hilfreichem Content servicieren und sich gut vermarkten können.

 

Was möchtest du anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Stolz auf sich zu sein, dass sie diesen Weg eingeschlagen haben, sich nicht verunsichern zu lassen (weder vom Umfeld noch von der Konkurrenz oder den eigenen Gedanken und Ängsten) und unbeirrt sein Ziel zu verfolgen.

Es ist so toll, selbstständig zu sein, wenn man sich selbst Freiheit und Erfolg gönnt und sich auf das Positive statt auf das Negative konzentriert!

 

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg!

 

Bist du selbständig oder führst dein eigenes Unternehmen? Mit Lillis Tipps für die Kundengewinnung kannst du deinem Traum vom erfolgreichen Business einen entscheidenden Schritt näher kommen. Es gibt aber noch einen weiteren wichtigen Aspekt, den man als Selbstständiger unbedingt im Blick haben sollte: das eigene Finanzmanagement. Holvi kann dir dabei helfen, deine Finanzen leicht zu verwalten. Hol dir jetzt unser kostenloses Infopaket und erfahre mehr über die Vorteile von Holvi.


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