Holvi Blog für Makers & Doers

Wie waehlst du die richtige Rechtsform? Der Leitfaden vom Einzelunternehmen bis zur GmbH

Selbstständigkeit · 01.02.19 13:38 · Hagen Lippmann

01_toiminimeksi-vai-osakeyhtioksi_001

Bei deiner Gründung spielt die Wahl der Rechtsform eine entscheidende Rolle. Sie definieren die rechtliche Rahmung, das heißt vor allem die Verteilung der Verantwortung unter den Gründern und für deine zukünftigen Kunden am wichtigsten: die Haftung. Hier stellen wir dir vor, was du dabei zu beachten hast und geben dir den Überblick, den du brauchst.

Das Thema kann erstmal unbequem daher kommen, da es viele verschiedene Rechtsformen in Deutschland gibt, um auch die Sonderfälle abzudecken. Die einen Formen können sich ab einem gewissen Umsatz in andere umwandeln und manchmal kann eine aus vielen anderen bestehen.

Die Rechtsformen werden formal in Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften aufgeteilt. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist dabei die Haftung, also wer auf welche Weise für entstandenen Schaden zuständig ist. Grundsätzlich gilt, dass du eine Steuernummer brauchst und, falls du kein Freiberufler bist, auch einen Gewerbeschein. Den weiteren bürokratischen Prozess entscheidet die Rechtsform, die du wählst.

 

Alles in deiner Hand mit einem Einzelunternehmen

Wenn du ein Gewerbe als Einzelunternehmen aufziehen möchtest, hast du als einzelner Gründer zwar die volle Kontrolle über dein Projekt und kaum bürokratischen Aufwand, da es im simpelsten Fall nicht mehr als eine Steuernummer dafür braucht, du bist aber auch persönlich für jeden Schaden, der entsteht, haftbar.

Du brauchst auch kein Stammkapital einzuzahlen und hast keine Notarkosten. Es ist recht einfach aufzusetzen und du hast deutlich weniger Kontrollinstanzen, trägst aber auch das volle Risiko.

 

 

Die GbR: Team up – mit den Personengesellschaften

Die Personengesellschaften definieren sich darin, dass mindestens zwei Gesellschafter beteiligt sind und dass diese wie beim Einzelunternehmen auch mit ihrem persönlichen Vermögen haften.

Bei einer GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) wird ein Gesellschaftsvertrag unter den Gründern, also mindestens zwei natürlichen Personen, aufgesetzt, der selbst verfasst werden kann und selbst mündlich gültig ist. In diesem werden die Verantwortlichkeiten und Anteile bestimmt.

Der bürokratische Aufwand ist auch hier recht gering und auch günstig, da es wie beim Einzelunternehmen kein Mindestkapital zu beachten gibt. Sie ist schlank und flexibel anpassbar und sehr schnell eröffnet. Auch hier gilt, dass du, zusätzlich zum Gesellschaftsvermögen auch mit deinen Privatvermögen für alles haftest, wofür die GbR verantwortlich gemacht wird. Eine GbR ist ebenso die gängigste Rechtsform für Freiberufler.

 

Die OHG: Community-Leben unter Händlern

Ab einem Umsatz von 500.000 € wird eine GbR, die im Handel tätig ist, zu einer OHG , einer Offenen Handelsgesellschaft. Zur direkten Gründung bedarf es mindestens zwei Gesellschafter. Dies können sowohl natürliche Personen als auch juristische Personen sein, d.h. auch GmbH´s könnten sich zu einer OHG zusammenschließen.

Wichtig dabei ist, dass ausschließlich Kaufleute, also Gesellschafter, die im Handelsgewerbe tätig sind, diese gründen dürfen. Der Gründungsprozess ist vergleichsweise aufwendig. Du brauchst auch neben Gewerbeschein und Steuernummer noch einen Eintrag im Handelsregister und eine notarielle Beglaubigung.

Ein entscheidender Vorteil ist das große Vertrauen von Banken und damit potentiell hohe Ausschüttungen an Krediten. Jedoch ist dies darin begründet, dass du auch hier sowohl mit deinen Gesellschaftsvermögen, als auch mit deinem persönlichen Vermögen haftest.


ERFAHRE MEHR: Wenn du gerade eine Personengesellschaft gründest, gibt es hier alles auf einen Blick, was es bei der Gründung zu beachten gibt.  

01_toiminimeksi-vai-osakeyhtioksi_002

 

Die GmbH - Mehr Sicherheit und Stabilität mit den Kapitalgesellschaften

Kurz definieren kann man Kapitalgesellschaften darin, dass sie juristische Personen sind, d.h  Träger von Verantwortungen, Verpflichtungen und Haftungen. Vor Gericht sind sie eine eigene Instanz.

Am bekanntesten ist wohl die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), die ein hohes Ansehen unter Investoren hat, da bei ihr klassischerweise ein Stammkapital von 25000 Euro erforderlich ist. Sie kann auch von Einzelpersonen gegründet werden. Mit ihr ist ein gewisser bürokratischer Aufwand verbunden, wie das Aufstellen einer Satzung, den Eintrag ins Handelsregister und eine notarielle Beglaubigung dieser. Großer Vorteil ist das Ansehen dieser Rechtsform vor Banken und Investoren, da mit dem Stammkapital eine gewisse Sicherheit vorausgesetzt ist. Besonders beliebt ist die GmbH, da man nicht mit seinem persönlichen Vermögen haftet, sondern nur mit dem Kapital der Gesellschaft.

 

Die UG - Die Mini-GmbH, günstig aufzusetzen und dennoch beschränkte Haftung

Immer beliebter wird die Mini-GmbH, also die UG (Unternehmergesellschaft). Mit ihr kommt der gleiche bürokratische Aufwand wie bei einer klassischen GmbH auf dich zu. Entscheidender Unterschied ist aber, dass das vorausgesetzte Stammkapital von 25000 Euro wegfällt. Dir fehlt zwar das hohe Ansehen einer GmbH, kannst aber direkt und günstig starten und dein Privatvermögen bleibt dennoch sicher und braucht bei einem Schadensfall nicht angerührt werden.

Wie du siehst, hat jede Rechtsform ihre Vor- und Nachteile. Es kommt darauf an, wie viele Kontrollinstanzen man in Kauf nehmen würde, wie viele Sicherheiten man haben will und inwieweit man persönliche und geschäftliche Rücklagen voneinander trennen mag. Die teureren und aufwendigen Rechtsformen wie die GmbH oder die OHG haben ein höheres Ansehen bei Finanzinstituten, werden aber auch schärfer kontrolliert. Wenn du bereit bist, für Unabhängigkeit und Freiheit auch ein größeres Risiko einzugehen, sind Formen wie das Einzelunternehmen oder die GbR die besseren Kandidaten. Nun liegt es an dir, zu entscheiden.

Für den nächsten Schritt gilt es herauszufinden, ob du in die Gruppe der Gewerbetreibenden oder der Freiberufler gehörst. Um das zu prüfen kannst du auch in unserem Blog-Artikel nachlesen, der das Thema ausführlich behandelt.  Als Freiberufler wärst du davon freigestellt, einen Gewerbeschein zu holen, Gewerbesteuer zu zahlen und könntest dir verschiedene Zertifikate und Prüfungen sparen.   


Für alle anfänglichen Hürden, die es zu meistern gilt, haben wir für dich einen Guide kreiert, der dich Schritt für Schritt durch die Gründung führt. Du findest vom Anmeldungsverfahren, den Rechtsformen, aber auch den Steuern, bis hin zur Preiskalkulation endlich alles auf einen Blick, was du wissen musst, aktuell für 2019.

 

New call-to-action

Das könnte euch interessieren

So gelingt die Umsatzplanung für Kleinunternehmer

holvi_ennuste_myynnista_main

Selbstständigkeit | 14.03.19 18:54

Unmittelbar nach Gründung deines Unternehmens willst du Kundenkontakt aufbauen, am Produkt und Service feilen, aber keine Tabellen ausfüllen und mit Zahlen jonglieren? Leider kommt man als ...

Weiterlesen

Der Weg zum papierlosen Büro - Alles, was du über deine Belege wissen solltest

holvi_receipts_01

Selbstständigkeit | 11.03.19 15:11

Deine Belege sind ein unverzichtbarer Teil deiner Buchhaltung und du musst sie 10 Jahre aufbewahren. Hier erfährst du, auf welchem Weg die Ablage deiner Belege am besten funktioniert.

Weiterlesen

Wie berechnest du als Unternehmer bei der Gründung die Kosten?

HOLVI_HEADER

Selbstständigkeit | 22.02.19 14:49

Viele Selbstständige haben mit der Frage zu kämpfen, auf was es denn wirklich ankommt am Anfang. Welche Sachen sind Zeitfresser und auf was solltest du deinen Fokus setzen? Eine der wesentlichen ...

Weiterlesen

Verschaffe dir und deinem Unternehmen einen Vorsprung.

Lass Holvi dein Leben leichter machen

Holvi ist mehr als ein traditionelles Geschäftskonto: Bei uns erhältst du in einem Paket alle wichtigen Tools, die du benötigst, um dein Business zu verwalten: digitale Rechnungsstellung, Buchhaltungsvorbereitung, die Holvi Business Mastercard und einen eigenen Onlineshop.

Android-TXList-FI