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Die Mini-GmbH - Ein Startup gründen für 1 Euro?

Selbstständigkeit · 05.01.17 16:26 · Mike Morlock

Ein Unternehmen gründen mit einem Stammkapital von einem Euro, klingt eigentlich wie ein Traum. Aber was steckt wirklich dahinter? Wir haben uns für euch mit diesem Thema auseinandergesetzt und wollen euch zeigen, was bei der Gründung einer Mini-GmbH beachtet werden sollte und welche Vorteile sie generell bietet.

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) - auch UG, Mini-GmbH oder Ein-Euro-GmbH genannt - ist eine besondere Form der Kapitalgesellschaft und stellt im Grunde genommen die kleine Schwester der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) dar. Sie fällt in die Rubrik der Einzelunternehmen und beschränkt die Haftung auf das Vermögen der Gesellschaft, welches zum Gründungszeitpunkt mindestens einen Euro („Ein-Euro-GmbH“) betragen muss. Durch diese Haftungsbeschränkung zählt die UG somit ebenfalls zu den Kapitalgesellschaften.

Was bedeutet das nun konkret?

Eine Mini-GmbH stellt den perfekten Einstieg in die Welt der Kapitalgesellschaften dar. Zum einen, da sie zum Gründungszeitpunkt kein hohes Start- bzw. Stammkapital erfordert und außerdem recht einfach zu gründen ist. Des Weiteren ist sie sehr universell einsetzbar, entweder als erste rechtliche Form für das zukünftige Start-up oder als Holding für Beteiligungen.

Im Gegenzug dafür, dass das Stammkapital quasi beliebig hoch ausfallen darf, verlangt das Finanzamt allerdings eine jährliche Rücklage von mindestens 25 % des Jahresüberschusses. Sobald diese Rücklagen zusammen mit dem ursprünglichen Startkapital 25.000 € erreicht haben, besteht die Möglichkeit für die Gesellschafter, einen Kapitalerhöhungsbeschluss zu fassen. Mögliche Folgen davon sind nun, dass die Gesellschafter zum einen auf die Ansammlung der Rücklage verzichten und damit frei über den Jahresüberschuss verfügen können, zum anderen können sie ihre Firmierung zu einer GmbH ändern. Als bedeutendster Vorteil ist hier sicherlich die Tatsache zu nennen, dass man als GmbH womöglich bessere Chancen hat, Kredite bewilligt zu bekommen, da mehr Kapital vorhanden ist, womit man kreditwürdiger erscheint.

 

Was brauche ich nun, um eine UG zu gründen?

Neben den elementaren Dingen, wie z. B. Geschäftsgegenstand, Name und Sitz der Gesellschaft und einem ausgeklügelten Businessplan, braucht man eigentlich nicht allzu viel.

Wenn bei der Gründung nicht mehr als drei Gesellschafter und ein Geschäftsführer involviert sind, bietet es sich besonders an, das Musterprotokoll (teilweise auch Gründungsprotokoll genannt) zu benutzen. Neben dem Gesellschaftsvertrag (regelt die Rechte und Pflichten der Gesellschafter) beinhaltet dieses außerdem die Gesellschafterliste (führt auf, welche Anteile welcher Gesellschafter besitzt) und die Bestellung des Geschäftsführers und fasst all diese Punkte unkompliziert zusammen. Neben der einfachen und schnellen Handhabe hat das Musterprotokoll den Vorteil die kostengünstigste Alternative zu sein, da in etwa 50 % der normalen Notarkosten eingespart werden können.

Wie bei einer GmbH muss auch die UG zunächst notariell beglaubigt werden. Hier nimmt man am besten direkt den Gesellschaftsvertrag, einen gültigen Ausweis/Pass und einen Nachweis über das Eigenkapital mit. 

Nachdem der Gesellschaftsvertrag vom Notar beglaubigt wurde, schickt dieser das amtliche Dokument nun zum Handelsregister, wo die UG mit Nennung der Geschäftsführer, Höhe des Eigenkapitals und des Geschäftssitzes (diese Informationen sollten ebenfalls vorliegen) eingetragen wird. Achtung: erst nach diesem Schritt ist die UG offiziell haftungsbeschränkt und darf als UG (haftungsbeschränkt) angesehen werden.

Nun heißt es warten, bis das zuständige Finanz- bzw. Gewerbeamt sich per Post bei euch meldet. Nachdem ihr nun alle Formulare bei den entsprechenden Behörden eingereicht und ihr eure Steuernummer erhalten habt, kann es eigentlich auch schon losgehen!

 

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Wählt man die kostengünstige Alternative mit dem Musterprotokoll sind die Kosten für die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt) bis zu einem Stammkapital von 5000 Euro dieselben. Bei lediglich einem Gesellschafter muss man mit Notar- und Gerichtskosten (= Handelsregisteranmeldung) von jeweils ca. 150 Euro ausgehen, also insgesamt 300 Euro. Gründet man mit mehreren Gesellschaftern, sind die Notarkosten um etwa 50 Euro höher, was Gesamtkosten von ca. 350 Euro zur Folge hat.


Betrachtet man diese Kosten, fällt direkt auf, dass es wenig Sinn macht, mit einem Stammkapital von einem Euro zu planen da man sonst Gefahr geht, durch die Gründungskosten direkt in eine Insolvenz zu schlittern. Inklusive einem kleinen Puffer solltet ihr mit mindestens 600-1000 Euro planen, um allen möglichen Gefahren aus dem Weg zu gehen.

 

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