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Freiberuflerin – was auch sonst? Ein Interview mit Maria Murnikov

19.12.19 12:00 · Zoe Schirren

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Die Geschichten von Freiberuflern sind so vielseitig wie die Menschen hinter diesen Geschichten selbst. Selbstständigkeit bedeutet Freiheit und Selbstbestimmtheit. Das bringt aber auch einige Hürden mit sich.

 

Trotz vieler besonderer Herausforderungen können sich die meisten Freiberuflerinnen und Freiberufler ein Leben in Festanstellung kaum noch vorstellen. Für sie überwiegen die Vorteile

 

Den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, erfordert Mut. Maria Murnikov hat diesen Schritt vor vier Jahren gewagt – damals wie heute kann sie sich ihr Leben nicht anders vorstellen. Als freiberufliche Schreiberin verfasst sie Texte für Finanztechnologie, Film und Magazine. Sie führt aber auch ihren eigenen Blog literaapoetry.

 

Zweisprachig aufgewachsen, hat Maria eine besondere Beziehung zu Sprache und Wörtern. Diese Leidenschaft hat sie zu ihrem Beruf gemacht. Wie sie die damit verbundenen Herausforderungen überwindet und weshalb für sie ein Leben als Angestellte nicht infrage kommt, erfährst du in diesem Interview.

 

Maria, wie bist du dazu gekommen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?

 

Es war mir schon immer klar, dass mein Weg in die Selbstständigkeit führt. 

 

Meine Eltern sind beide selbstständig – ich kannte also gar nichts anderes. Beide machen zwar etwas komplett anderes als ich, aber ich wusste schon seitdem ich fünf Jahre alt war, dass das Schreiben mich besonders fasziniert. 

 

Ich habe direkt nach dem Studium mit dem Schreiben angefangen. Es stand für mich eigentlich nie zur Debatte, in  Festanstellung zu gehen. Ich musste frei sein. Schreiben ist für mich mit Freiheit verbunden. So kam ich zur Selbstständigkeit.

 

Mit der Selbstständigkeit kamen aber sicher auch einige Herausforderungen auf dich zu. Welche waren das?

 

Zunächst ganz viel Bürokratie. Es gab viel mit dem Finanzamt zu klären. Das war schon schwierig, es kam da sehr viel auf mich zu.

 

Die Leute wundern sich immer, wie ich es denn schaffe, als Autorin zu überleben. Aber ich lebe ziemlich gut. Die Leute stellen sich alles viel schlimmer vor, als es eigentlich ist. Das Finanzamt und die ganze Bürokratie in der Selbstständigkeit. Man gewöhnt sich daran. 

 

Selbstständigkeit ist eben ein auf und ab. Aber dafür auch sehr spannend. Du bist selbst für alles verantwortlich. Wenn irgendetwas nicht läuft, liegt es an dir, das zu ändern und man kann keine Schuldzuweisungen machen – außer zu sich selbst.

 

Wie hast du diese Herausforderungen überwunden?

 

Sehr viel “try and fail”. Ich hatte anfangs nicht so viel Struktur. In Bezug auf bürokratische Aspekte habe mich sehr langsam eingependelt – es dauerte, bis ich angefangen habe Ordner anzulegen und Organisation in meine Buchhaltung zu bringen.

 

Ich habe am Anfang mit Excel-Tabellen gearbeitet. Das war zu der Zeit schon irgendwie OK, aber wurde natürlich sehr kompliziert. Heute arbeite ich mit der Kombination aus lexoffice und Holvi – das ist viel einfacher und zeitsparend.

 

Ein separates Konto zu haben ist total wichtig – auch wenn ich das selbst auch erst spät eingesehen habe. Es hat gedauert, bis ich angefangen habe eingehendes Geld direkt zu sortieren in Kategorien wie Business, Privates, Ersparnisse. Früher damit anzufangen, wäre für mich auf jeden Fall entspannter gewesen.

 

Gerade mit meinen Steuern tue ich mich schwer, insbesondere, wenn es um meine Belege geht. Ich finde das sehr kompliziert und spare mir aber trotzdem den Steuerberater. Den suche ich nur bei konkreten Fragen auf. Deswegen ist es so wichtig, dass ich sofort alles ordentlich verbuche und ablege.

 

Was waren deine “lessons learned” aus vier Jahren Freiberuflichkeit?

 

Ich habe auf jeden Fall gelernt, dass man immer mit allem fertig wird. Nach jedem Tief kommt auch ein Hoch – wie ja alles im Leben auch immer seine Höhen und Tiefen hat. Da habe ich mittlerweile die nötige Zuversicht und das Vertrauen in mich und meine Arbeit. 

 

Und es ist wichtig, sich für seinen eigenen Arbeitsalltag eine Struktur aufzubauen – auch in seiner Zusammenarbeit mit Auftraggebern. Wie verlaufen die Gespräche/das Briefing/Telefonate? Das kannst du alles selbst entscheiden, lass es nicht einfach nur auf dich zukommen.

 

Zur Struktur gehört für mich auch, die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. Ich möchte nicht neun Stunden im Coworking-Space sitzen, dafür bin ich ja nicht selbstständig geworden. Ich möchte mir Zeit für Familie und Freunde nehmen und insbesondere die Flexibilität in meiner Zeiteinteilung ist mir wichtig.

 

Ohne welche drei Dinge würdest du nicht selbstständig sein wollen?

 

Für mich sind das nicht so sehr Dinge, sondern mehr Aspekte:

 

  1. Die freie Ortswahl meines Arbeitsplatzes.
  2. Networking, bei dem ich nicht nur spannende Auftraggeber, sondern auch inspirierende Kollegen treffe.
  3. Die Abwechslung, die in der Natur meines Schaffens liegt.

 

Wenn du jemandem, der gerade in die Selbstständigkeit startet, einen Tipp geben könntest, welcher wäre das?

 

Arbeite von Anfang an koordiniert und schaffe dir geregelte Abläufe. Sei dir auch bewusst, was mit dem Finanzamt und so weiter alles auf dich zukommt. Die ganze Bürokratie soll zwar niemandem Angst einjagen, aber man sollte sich schon damit beschäftigen.

 

Einfach mit dem Schuhkarton mit Belegen zum Finanzamt zu rennen wird nicht funktionieren. Es ist wirklich wichtig, ein für dich laufendes System zu etablieren. 

 

Sei am besten von Anfang an achtsam und dokumentiere alles und behalte alles zusammen. Dann bekommst du im Nachhinein keine Probleme. Es kann nämlich passieren, dass man vom Finanzamt geprüft wird und das alles vorlegen muss. In diesem Fall willst du vorbereitet sein.

 

Inspiriert?


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