Holvi Blog für Makers & Doers

Wie Fashiontech unser Leben verändern kann

Gründerstorys · 24.01.17 16:57 · Mike Morlock

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Kurz vor der Berlin Fashion Week letzte Woche haben wir uns mit Lisa Lang getroffen. Lisa ist Gründerin von Elektrocouture und sprach mit uns über ihre Zukunftsvisionen und ihren Weg in die Selbstständigkeit. Sie ist eine der Personen, die die Fashiontech-Szene in den letzten Jahren sehr geprägt hat. Bestätigt wurde dies nicht zuletzt von Wired UK, das Elektrocouture 2016 zu einem der heißesten Startups Berlins gewählt hat. 

 

Danke für deine Zeit. Du giltst als Pionierin der Fashiontech-Branche. Wie bist du auf die Idee gekommen, smarte Mode herzustellen?

Pure Frustration! Meine Zeit als Software-Ingenieurin, wo ich sehr viel allein mit Jungs war, gab hier den Ausschlag. Die Jungs konnten durch T-Shirt-Prints ihre Technologieverliebtheit ausdrücken, ich trage sowas allerdings nicht. Mein Gebiet sind Lipsticks und High-Heels.

In meinen 30ern wurde es dann frustrierend, ich wollte hübsch und smart zugleich sein. Es gab nichts zwischen nerdigen Drucken und High-Heels. Dadurch begann ich mit einer Marktrecherche. Im Fablab, einer offenen Werkstatt in Berlin, hatte ich dann Zugang zu Maschinen wie 3D-Drucker und Lasercutter, womit ich dann zum ersten Mal die Möglichkeit hatte, Prototypen wie meine erste leuchtende Jacke herzustellen.

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Und was hat den Ausschlag gegeben, dich damit selbstständig zu machen?

Naja, zunächst dachte ich eigentlich, dass ich der einzige Nerd bin, dem sowas gefällt. Die Idee, das Projekt größer aufzuziehen, wurde mir dann quasi aufgezwungen. Als ich damit meine ersten Tech-Meetups besucht habe, fällt man gezwungenermaßen auf, wenn man leuchtet. Die Reaktionen hierauf waren allerdings das Überraschende. Das Interesse war von Anfang an sehr groß, vor allem die Mädels sind regelrecht ausgerastet und wollten mir meine ersten Werke vom Körper reissen, egal zu welchem Preis, wie ich bemerkt habe. Was ich direkt zu Anfang feststellen konnte war, dass bei einem emotionalen Produkt wie Schmuck und Accessoires der Preis fast keine Rolle spielt, solange die Kunden das Produkt geil finden. Ein paar erfolgreiche A/B-Tests später war Elektrocouture dann geboren.

Irgendwann war die Nachfrage nach der Dienstleistung als solche dann größer als nach den Produkten, weswegen wir uns entschieden haben, einen Service-Layer einzuführen. Hierbei beraten wir verschiedene Firmen aus dem Technologie- und Design-Bereich zum Thema Fashiontech und außerdem kuratieren wir sehr viel, zum Beispiel ein Projekt mit der Deutschen Telekom.

Wie sehen deine Zukunftsvisionen aus? Neben modischen Innovationen, welche Alltagsprobleme kann Fashiontech zukünftig lösen?

Fashiontech ist, genau wie in der klassischen Couture, Inspiration. Oft sieht man irgendetwas großes, durchgeknalltes auf dem Pariser Catwalk und paar Monate später hängt es dann komplett runterreduziert bei H&M an der Stange. Das ist eben auch unser Prinzip von Fashiontech. Wir nutzen Fashion-High-Luxury-Goods, um den Markt zu inspirieren, wobei der große breite Markt allerdings Functional Clothing sein wird. Auf der einen Seite ist das definitiv das Thema Sicherheit, also allgemein Visibility, wie zum Beispiel Kinderschulranzen. Dann eben noch Textilien mit Sensoren, welche mit einem Smartphone verknüpft sind, die regelmäßig Daten an den Doktor übermitteln. Wobei es hier in Zukunft noch einige rechtliche Fragen zu klären gibt. Ich denke, dass viele elektronische Geräte, die wir alltäglich um uns herum haben, mittel- oder langfristig mit unserer Kleidung verschmelzen.

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Ihr arbeitet ohne das Geld von Investoren. Hast du dich bewusst dagegen entschieden?

Ich habe für mich persönlich beschlossen, dass die Zeit, die ich dafür aufbringen müsste, zu erklären, was wir denn eigentlich machen, mir hierfür zu schade ist. Bedeutet, meine Firma musste von Tag 1 an rentabel sein. Durch eine Anschubsfinanzierung konnte ich das erste Jahr ohne Erträge überstehen. Aber ich war mir zu jeder Zeit sicher, dass es die richtige Entscheidung war. Und schwuppdiwupp waren wir 12 Leute im Team, Cash-positive und Break-even. Durch meinen Background als Ingenieurin war mir außerdem immer klar, dass, wenn wir von Anfang an auf verschiedene Produkte setzen werden, es nicht allzu tragisch sein wird, wenn eines davon wegbricht. Unser Hauptgeschäft besteht mittlerweile eigentlich aus der bereits angesprochenen Beratung, wobei wir auch immer noch eigene Artikel herstellen.

Vor deiner Zeit als Gründerin von Elektrocouture warst du bereits freiberuflich im Bereich IT und neue Medien unterwegs. Wie wichtig war diese Phase für deinen weiteren Lebensweg?

Nach meiner Zeit in Australien, wo ich fünf Jahre meines Lebens verbracht habe, habe ich mich in Deutschland dazu entschieden, Freelancer zu werden, was eine sehr gute Entscheidung war, da es eine super Trockenübung für meine spätere Unternehmung darstellte. Sich mit Steuern und ordentlichen Rechnungen auseinandersetzen zu müssen, hat mir die Angst genommen, als alleinige Gründerin damit umgehen zu müssen. Der Schritt von der Anstellung in Australien bis zu meinem eigenen Unternehmen war von der Freelancer-Tätigkeit bestens unterstützt.

Lisa Lang Holvi

Wie hat dich dein Holvi-Konto auf deinem bisherigen Weg unterstützt? 

Was mir vor allem sehr geholfen hat, war eure Unkompliziertheit! Nach der Gründung ohne wirkliches Startkapital stand ich erstmal da und brauchte ein Geschäftskonto. Durch meine vielen internationalen Termine sollte dieses Bankkonto allerdings am besten mit einer Kreditkarte verknüpft sein, um möglichst überall zahlungsfähig zu sein. Das Problem war nur, dass mich fast alle Banken ablehnten, da ich ihnen nicht kreditwürdig erschien. Hier kam ich dann auf Holvi und dadurch auch zu meiner ersten Firmen-Kreditkarte. Außerdem fand ich euer User-Interface und die Verbindung mit der App wunderbar. Was sich im Nachhinein aber als bestes Feature herausgestellt hat, sind eure Push-Benachrichtigungen. Jedes Mal wenn unsere Office-Managerin eine der Holvi-Karten benutzt, bekomme ich direkt eine Mitteilung. Bedeutet: maximale Transparenz ohne zusätzlichen Stress. Durch unsere verschiedenen Unterfirmen haben wir mittlerweile auch mehrere Konten angelegt, was die Übersichtlichkeit ebenfalls deutlich vereinfacht. Ganz zu schweigen von sehr hilfreichen Zusatzfeatures, wie z. B. die Buchhaltung. Es ist einfach ein Traum!

Zum Schluss vielleicht noch deine zwei wichtigsten Tipps an alle Junggründer:

Wähle deine Partner sorgfältig aus!

Den Mythos, dass man Co-Founder braucht, gilt es zu hinterfragen. Wenn man ein gutes Ökosystem um sich herum aufbaut, kann man auch alleine gründen. Lieber alleine als mit den Falschen! Auch als Kreativer muss man sich um das Business kümmern, gerade am Anfang.

Liebe!

In Liebe steckt Freundschaft, Respekt und Spaß! Diese Faktoren sollten im Umfeld existieren, um ein möglichst angenehmes Arbeitsklima für alle Beteiligten zu schaffen.

 

ElektroCouture-Team-at FashionTechBerlin 2017 Das Team von ElektroCouture

 


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